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Führung und Organisation

Mitarbeitergespräch in der Produktion: Vorlage, Ablauf und Fragen

Mitarbeitergespräch in der Produktion: vier Anlässe, fünf Phasen, Leitfragen der Schichtführung, Regeln für das Gespräch nach Krankheit und eine ausfüllbare PDF-Vorlage mit Beispiel.

Ein Mitarbeitergespräch in der Produktion ist ein vorbereiteter Termin zwischen Schichtführung und Mitarbeiter, in dem die Arbeit an der Linie, die Leistung und die nächste Vereinbarung auf einem Blatt festgehalten werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die ausfüllbare PDF-Vorlage trägt Leitfragen, ein Feld für die Einschätzung des Mitarbeiters und eine Vereinbarung mit Prüftermin.
  • Jahresgespräch, Feedback, Ende der Probezeit und die Rückkehr nach Krankheit nutzen dieselbe Vorlage, mit anderem Schwerpunkt.
  • Fünf Phasen: Vorbereitung, Einstieg, Rückblick auf die Linie, Vereinbarung und Abschluss.
  • Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass Leistung und berufliche Entwicklung erörtert werden, und ein Betriebsratsmitglied hinzuziehen (§ 82 Abs. 2 BetrVG).
  • Allgemeine Beurteilungsgrundsätze für den ganzen Betrieb brauchen die Zustimmung des Betriebsrats (§ 94 Abs. 2 BetrVG).
  • Nach mehr als sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit innerhalb eines Jahres bietet der Arbeitgeber das BEM an (§ 167 Abs. 2 SGB IX). Gesundheitsfragen gehören dorthin, das Gesprächsblatt hält Station und Einweisung fest.

In der Produktion führt die Schichtführung das Mitarbeitergespräch, direkt neben der Linie. Dieser Beitrag zeigt Anlässe, Ablauf und Leitfragen für die Linie. Die Vorlage für die Produktion gibt es als ausfüllbares PDF mit Leitfragen, Vereinbarung mit Prüftermin und einem ausgefüllten Beispiel.

Was ein Mitarbeitergespräch in der Produktion ist

PolyTALENT versteht unter einem Mitarbeitergespräch in der Produktion einen vorbereiteten Termin zwischen Schichtführung und Mitarbeiter. Thema ist die Arbeit an der Linie: welche Stationen die Person fährt, wo die Schicht wartet und welcher Schritt als Nächstes vereinbart wird. Name, Funktion und Station stehen oben auf dem Blatt. Was die Rolle umfasst, steht in der Stellenbeschreibung für die Produktion.

Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass die Beurteilung seiner Leistungen und die Möglichkeiten seiner beruflichen Entwicklung im Betrieb mit ihm erörtert werden. Er kann dazu ein Mitglied des Betriebsrats hinzuziehen. So steht es in § 82 Abs. 2 BetrVG. Allgemeine Beurteilungsgrundsätze, die für den ganzen Betrieb gelten, stellt der Arbeitgeber mit Zustimmung des Betriebsrats auf, § 94 Abs. 2 BetrVG. Die PDF-Vorlage in diesem Beitrag ist das Blatt für ein einzelnes Gespräch.

Welche Anlässe ein Mitarbeitergespräch in der Produktion hat

Eine Vorlage deckt vier Anlässe ab. Der Anlass wird oben angekreuzt, der Schwerpunkt wechselt, die Felder bleiben.

Anlässe eines Mitarbeitergesprächs in der Produktion
Anlass Wann der Termin liegt Was die Vorlage festhält
Jahresgespräch Einmal im Jahr, außerhalb der Schichtspitze Stationen des vergangenen Jahres und der nächste Schritt
Feedbackgespräch Nach einer konkreten Schicht oder Störung Beobachtung, Wirkung auf die Linie, Vereinbarung
Ende der Probezeit Vor dem Ende der vereinbarten Probezeit Welche Stationen die Person selbstständig fährt
Rückkehr nach Krankheit Vor der ersten vollen Schicht nach der Rückkehr Station und Einweisung für die ersten Schichten

Das Gespräch zum Ende der Probezeit liegt vor dem Ende der vereinbarten Probezeit. Die Probezeit steht im Arbeitsvertrag und dauert längstens sechs Monate. Während dieser Zeit kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden, § 622 Abs. 3 BGB.

Die Schichtübergabe hält den Stand der Linie fest. Das Mitarbeitergespräch bekommt einen eigenen Termin, an dem die Stellvertretung die Linie fährt.

Was beim Gespräch nach Krankheit gilt

Das Gespräch nach der Rückkehr aus einer Krankheit klärt, an welcher Station die Person die ersten Schichten fährt und wer sie einweist. Gesundheitsfragen gehören in das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM).

War ein Beschäftigter innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig, klärt der Arbeitgeber mit der Interessenvertretung und mit Zustimmung der betroffenen Person, wie die Arbeitsunfähigkeit überwunden und erneuter Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt werden kann, § 167 Abs. 2 SGB IX. Das BEM ist damit ein eigenes Verfahren mit eigenem Termin. Auf dem Blatt für das Mitarbeitergespräch stehen Station, Einweisung und Prüftermin, die Diagnose bleibt bei der Person.

Führt der Betrieb Rückkehrgespräche formalisiert, also nach festen Kriterien mit einer ausgewählten Gruppe von Beschäftigten, bestimmt der Betriebsrat mit. Das Bundesarbeitsgericht ordnet solche Krankengespräche dem Ordnungsverhalten nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG zu (Beschluss vom 08.11.1994, 1 ABR 22/94). Wie sich Ausfalltage in der Schicht berechnen, zeigt der Ratgeber Krankenquote berechnen.

Welche fünf Phasen hat ein Mitarbeitergespräch?

Ein Mitarbeitergespräch in der Produktion hat fünf Phasen: Vorbereitung, Einstieg, Rückblick auf die Arbeit an der Linie, Vereinbarung und Abschluss.

  1. Vorbereitung. Die Schichtführung kreuzt den Anlass an, legt Termin und Raum fest und gibt beides vorher weiter. Mit auf den Tisch kommen die Stellenbeschreibung und die Qualifikationsmatrix für Produktion und Schicht.
  2. Einstieg. Die Schichtführung nennt Anlass und Zeitrahmen. Die Linie läuft in dieser Zeit über die Stellvertretung.
  3. Rückblick. Beide gehen die Stationen durch, die die Person selbstständig fährt, und die Störungen, die sie selbst behoben hat oder an die Instandhaltung gegeben hat. Danach schildert die Person ihre eigene Sicht auf die letzten Schichten.
  4. Vereinbarung. Auf dem Blatt steht die nächste Station oder die nächste Einweisung, die Unterstützung durch die Schichtführung und der Termin, an dem das geprüft wird.
  5. Abschluss. Führung und Mitarbeiter lesen die Vereinbarung und unterschreiben mit Datum. Wer was bis wann übernimmt, steht auf dem Blatt, bevor die Person an die Anlage zurückgeht. Je eine Kopie geht an den Mitarbeiter und in die Personalakte.

Welche Felder die Vorlage für die Schicht trägt

Die Vorlage für ein Mitarbeitergespräch in der Produktion fragt nach Stationen, Störungen, der Sicht des Mitarbeiters und dem nächsten Schritt an der Linie. Graue Leitfragen in den Feldern zeigen, was hineingehört.

Felder der Vorlage für Produktion und Schicht
Feld Eintrag
AnlassAnkreuzen: Jahresgespräch, Feedback nach Schicht oder Störung, Ende der Probezeit, Rückkehr nach Krankheit
PersonName, Personalnummer, Funktion und Station
SchichtführungName der Person, die das Gespräch führt
Termin und OrtDatum, Uhrzeit, Raum, Schichtmodell der Stelle
1 Rückblick an der LinieStationen selbstständig, Störungen selbst behoben, wo die Schicht gewartet hat
2 Einschätzung des MitarbeitersEigene Sicht auf die letzten Schichten, was gebremst und was geholfen hat
3 VereinbarungJe Zeile: nächster Schritt, wer, Unterstützung durch die Schichtführung, Prüftermin
4 KenntnisnahmeDatum und Unterschrift von Schichtführung und Mitarbeiter

Das PDF zum Download lässt sich am Bildschirm ausfüllen oder ausdrucken. Seite 2 zeigt ein ausgefülltes Beispiel für einen Einrichter Spritzguss und die fünf Phasen als Kurzanleitung.

Zwei Personen in Schutzkleidung sitzen von hinten an einem Tisch neben einer Produktionshalle und sehen auf ein leeres Klemmbrett

Welche Fragen stellt der Chef beim Mitarbeitergespräch?

Die Schichtführung stellt Fragen zur Arbeit an der Linie. Auf der Vorlage stehen diese vier Fragen als Leitfragen in den Feldern Rückblick und Vereinbarung.

  • Welche Stationen fahren Sie in dieser Schicht selbstständig?
  • Welche Störung haben Sie selbst behoben, und wo haben Sie die Instandhaltung geholt?
  • An welcher Stelle hat die Schicht auf Sie gewartet?
  • Welche Station soll als Nächstes dazukommen, und was brauchen Sie dafür von der Schichtführung?

Für das Feld Einschätzung fragt die Schichtführung nach der Sicht der Person: Wie sehen Sie die letzten Schichten selbst? Was hat Sie an der Linie gebremst, was hat geholfen?

Bleibt die Leistung an derselben Anlage über längere Zeit unter der vergleichbarer Kollegen, gehört dieser Vergleich ins Gespräch, nachdem Anlage, Planstand, Schicht und Einarbeitung gleichgesetzt sind. Den Maßstab beschreibt das Magazin im Beitrag Low Performer in der Schicht.

Was die Schichtführung im Gespräch sagt

Die Schichtführung nennt den Anlass, eine konkrete Beobachtung aus der Schicht und die Wirkung auf Linie oder Qualität. Danach hört sie die Einschätzung der Person, die im eigenen Feld auf dem Blatt steht. Am Ende steht die Vereinbarung: Station, Unterstützung, Termin.

Gehaltsverhandlung, Abmahnung und Gesundheitsfragen bekommen einen eigenen Termin. So bleibt das Mitarbeitergespräch bei Arbeit, Leistung und Entwicklung, und die Person weiß, worüber gesprochen wird.

Beispiel: Einrichter Spritzguss

Das Beispiel ist ein Modell für eine Stelle im Spritzguss. Es zeigt dieselbe Beobachtung in zwei Schreibweisen.

Dieselbe Beobachtung, dünn und brauchbar (Modellbeispiel)
Feld Dünn Brauchbar
RückblickLäuft gutFährt Zellen 2 und 3 selbstständig, holt die Instandhaltung beim Werkzeugwechsel an Zelle 4
VereinbarungWeiter soEinweisung an Zelle 1 in der Frühschicht, Prüfung in vier Wochen durch den Schichtführer
UnterstützungBei BedarfSchichtführer steht beim ersten Anfahren von Zelle 1 daneben

Welche Station die Person heute selbstständig fährt, steht in der Qualifikationsmatrix. Was in den ersten Schichten nach dem Eintritt passiert, beschreibt die Einarbeitung von Produktionsmitarbeitern. Zeigt die Vereinbarung, dass eine Station in der Schicht dauerhaft eine weitere Person braucht, beginnt die Suche. PolyTALENT besetzt solche Rollen über die Personalvermittlung. Den Text der Anzeige prüft der Stellenanzeigen-Optimierer.

Aus unserer Vermittlungspraxis

In Suchmandaten für Produktionsrollen liegt der Termin für das Mitarbeitergespräch oft im Fenster der Schichtübergabe. Die Schichtführung hat dann die Linie im Kopf, und die Person kommt aus der Anlage. Das Blatt, das beide mitbringen, stammt häufig aus einer Bürovorlage und fragt nach Projekten und Jahreszielen, während die Halle über Stationen, Störungen und die nächste Einweisung spricht.

Die telefonische Direktansprache startet bei uns, wenn die Schichtführung sagen kann, welche Station die Person selbstständig fährt und was im letzten Gespräch als nächster Schritt vereinbart wurde. Fehlt diese Vereinbarung, beschreiben Werkleitung und Personal dieselbe Rolle unterschiedlich, und die Berater sprechen Kandidaten auf ein Bild an, das in der Halle anders aussieht als im Gespräch.

Eigene Erfahrung aus der Vermittlungstätigkeit von PolyTALENT. Zahlen aus externen Quellen stehen im Quellenverzeichnis.

Handlungsempfehlungen

  1. Legen Sie den Termin neben die Schicht, mit Stellvertretung an der Linie, und nennen Sie den Anlass vorher.
  2. Nehmen Sie die Stellenbeschreibung und die Qualifikationsmatrix mit. Die Vorlage fragt nach Stationen, Störungen und dem nächsten Schritt.
  3. Schreiben Sie die Vereinbarung auf das Blatt, bevor die Person an die Anlage zurückgeht. Ein Schritt je Zeile, mit Prüftermin.
  4. Kommt jemand nach längerer Krankheit zurück, klären Sie vorab, ob ein BEM anzubieten ist. Das Gesprächsblatt hält Station und Einweisung fest.
  5. Braucht eine Station dauerhaft eine weitere Person, starten Sie die Suche über die Personalvermittlung und prüfen Sie den Anzeigentext im Stellenanzeigen-Optimierer.

Häufige Fragen

Welche 5 Phasen hat ein Mitarbeitergespräch?+

Ein Mitarbeitergespräch in der Produktion hat fünf Phasen: Vorbereitung, Einstieg, Rückblick auf die Arbeit an der Linie, Vereinbarung und Abschluss. In der Vorbereitung stehen Anlass, Termin und das Blatt. Der Rückblick gilt den Stationen und Störungen. Die Vereinbarung nennt den nächsten Schritt mit Frist. Der Abschluss hält fest, wer was bis wann übernimmt.

Welche Fragen stellt der Chef beim Mitarbeitergespräch?+

Die Schichtführung fragt, welche Stationen die Person selbstständig fährt, welche Störungen sie selbst behoben hat und welche Station als Nächstes dazukommen soll. Dazu gehört die Frage, was die Person von der Schichtführung braucht, damit das in der nächsten Schicht klappt. PolyTALENT hält diese Fragen auf der Vorlage fest, damit das Gespräch bei der Arbeit an der Linie bleibt.

Was sollte man beim Mitarbeitergespräch sagen?+

Die Schichtführung nennt den Anlass, eine konkrete Beobachtung aus der Schicht und die Wirkung auf Linie oder Qualität. Danach hört sie die Einschätzung der Person. Am Ende steht die Vereinbarung: welche Station, welche Unterstützung und welcher Termin. PolyTALENT schreibt diese Punkte auf das Blatt, damit Führung und Mitarbeiter dieselbe Vereinbarung mitnehmen.

Was gehört nicht in ein Mitarbeitergespräch?+

Gehaltsverhandlung, Abmahnung und Gesundheitsfragen bekommen einen eigenen Termin. Das Mitarbeitergespräch in der Produktion bleibt bei Stationen, Leistung, Zusammenarbeit in der Schicht und der nächsten Vereinbarung. Gesundheitsfragen nach längerer Arbeitsunfähigkeit gehören in das betriebliche Eingliederungsmanagement nach § 167 Abs. 2 SGB IX, das mit Zustimmung der betroffenen Person läuft.

Ist ein Krankenrückkehrgespräch Pflicht?+

Pflicht für den Arbeitgeber ist das betriebliche Eingliederungsmanagement: Es wird angeboten, wenn ein Beschäftigter innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen arbeitsunfähig war (§ 167 Abs. 2 SGB IX). Das Rückkehrgespräch selbst ist ein Führungsinstrument. Führt der Betrieb es formalisiert nach festen Kriterien, bestimmt der Betriebsrat nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG mit.

Quellen

  1. Betriebsverfassungsgesetz, § 82 Anhörungs- und Erörterungsrecht, gesetze-im-internet.de (2026-11-06)
  2. Betriebsverfassungsgesetz, § 94 Personalfragebogen, Beurteilungsgrundsätze, gesetze-im-internet.de (2026-11-06)
  3. Betriebsverfassungsgesetz, § 87 Mitbestimmungsrechte, gesetze-im-internet.de (2026-11-06)
  4. Sozialgesetzbuch IX, § 167 Prävention (betriebliches Eingliederungsmanagement), gesetze-im-internet.de (2026-11-06)
  5. Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 08.11.1994, 1 ABR 22/94 (Krankengespräche), dejure.org (2026-11-06)
  6. Bürgerliches Gesetzbuch, § 622 Kündigungsfristen, gesetze-im-internet.de (2026-11-06)

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