Was ist ein autoritärer Führungsstil?
Ein autoritärer Führungsstil legt die Entscheidung und die Weisung bei der Führungskraft ab. Die Beschäftigten führen aus.
Die Wikipedia-Seite zum Führungsstil beschreibt ihn so: Die Aktivität liegt beim Vorgesetzten. Er besitzt die Entscheidungs- und Weisungskompetenz allein. Die Mitarbeitenden akzeptieren die Weisung und führen sie aus. Ob die Weisung befolgt wurde, kontrolliert er.
Kurt Lewin, Ronald Lippitt und Ralph K. White haben 1939 im Journal of Social Psychology, Band 10, Seiten 271 bis 299, drei Gruppenklimata an freiwilligen Clubs zehnjähriger Jungen unterschieden: autoritär, demokratisch und Laissez-faire. Die Clubs bauten unter anderem Theatermasken, Wandbilder und Modellflugzeuge. Im autoritären Klima bestimmt die Führungskraft die Politik allein. Sie gibt Techniken und Arbeitsschritte nacheinander vor, sodass die weiteren Schritte für die Gruppe offen bleiben. Sie teilt die einzelne Aufgabe und die Arbeitspartner zu. Lob und Kritik bleiben persönlich. An der laufenden Arbeit beteiligt sie sich nur, wenn sie etwas vorführt. Drohungen und das Erzeugen von Angst haben die Forscher ausgelassen, weil die Teilnahme freiwillig war und Eltern wie Schulen mitwirkten. Gemessen haben sie Aggression, Unterwerfung und den Sündenbock.
Stellenanzeigen für Schichtführung schreiben kooperativ, auf Augenhöhe oder gemeinsam. An der Maschine fällt daneben eine Sperre, sobald ein Teil die Toleranz verlässt und der Termin die gemeinsame Runde überholt. Diese Sperre hält die Charge im Haus. Nacharbeit, Ausschuss oder eine Freigabe durch den Kunden folgen danach. Das ist ein anderer Vorgang als das Klima aus den Kinderclubs. Wer jede Abweichung allein entscheidet, überhört den Hinweis der Person an der Maschine. Die Wikipedia-Seite zum Führungsstil hält fest, dass in westlich orientierten Industriestaaten der kooperative Stil mit einer höheren Arbeitszufriedenheit verbunden wird, und verweist dafür auf Rosenstiel 1984. Für Fragen, die warten können, trägt die Runde. An der Toleranzgrenze trägt die Sperre, und sie braucht das Maß von der Maschine.
Vier Hundertstel über dem Nennmaß
Szenario. Namen und Betrieb sind erfunden.
Karin, die Schichtführerin, steht am Messplatz der Fräse, als Holger, der Einrichter, ihr das Messprotokoll hinhält. In der Spalte Abweichung steht plus 0,04 Millimeter. Die Toleranz endet bei plus 0,02. Hinter ihm warten zwölf Fertigteile auf der Palette, die der Lkw um halb drei mitnehmen soll. Werkleiter Bode hat am Morgen eine Zeile an den Klemmblock geheftet. Abweichungen gehen in die Runde um fünfzehn Uhr.
Holger legt das Protokoll auf die Messplatte, die Zahl nach oben. Wenn die Palette rausgeht, misst der Kunde dasselbe, sagt er. Karin sieht die Uhr über der Fräse. Bis fünfzehn Uhr ist der Lkw durch das Tor. Bode will die Runde, weil er dem Führungskreis am Vortag zugesagt hat, dass Abweichungen gemeinsam entschieden werden. Der Aushang an der Hallentür sagt denselben Satz. Der Kunde hat den Termin in der Auftragsbestätigung stehen.
Karin nimmt den Stift, der am Protokoll klemmt, und schreibt Sperre neben die 0,04. Sie zieht die Palette von der Fertigbahn an die Wand. Holger schiebt die restlichen Rohteile zurück ins Regal. Die Fräse bleibt stehen. Zwölf Teile, die der Lkw erwartet, stehen an der Wand. Der Termin in der Auftragsbestätigung bleibt offen, die Teile bleiben im Haus.
Um fünfzehn Uhr sitzt Bode mit der Runde am Besprechungstisch neben der Halle. Das Protokoll liegt schon dort, die Sperre in Karins Schrift. Er fragt, was die Runde freigeben soll. Karin tippt auf die 0,04. Der Lkw ist ohne die Palette gefahren.
Bode liest die Zeile vom Morgen noch einmal. Die Runde hat einen freien Stuhl und ein Maß, das seit einer Stunde gesperrt ist. Die Entscheidung hing am Stift. Die Uhrzeit auf dem Klemmblock kam eine Stunde später.
Wann trägt die Weisung, und wann die Sperre?
Die Weisung trägt, wo der nächste Arbeitsschritt feststeht und die Runde den Vorgang länger aushandeln würde, als der Ablauf erlaubt. Lewin, Lippitt und White haben die Führungskraft in den Clubs den Arbeitsschritt vorgeben lassen, einen nach dem anderen, und die weiteren Schritte für die Gruppe offen gelassen. Diese Offenheit war der Preis der Vorgabe in dem Versuch. Die Wikipedia-Seite zum Führungsstil verweist auf Rosenstiel 1984 für die Arbeitsergebnisse: Bei hoch strukturierten, einfachen Aufgaben wird der direktive Stil mit besseren Ergebnissen verbunden, bei komplexen und wenig strukturierten Aufgaben der kooperative.
Die Sperre trägt, wenn das Teil außerhalb der Toleranz liegt und der Versandtermin vor der Runde liegt. Die Charge bleibt im Haus. Das Maß kommt von der Person an der Maschine. Die Weisung, die dieses Maß übergeht, sperrt blind.
Für Fragen, die den Termin halten, bleibt die Aussprache der Ort, an dem dieser Hinweis ankommt. Die Stellenanzeige, die nur einen gemeinsamen Stil nennt, beschreibt die Runde. Die Schicht braucht daneben die benannte Person, die ein Teil außerhalb der Toleranz festhält.
Was kostet es, wenn dieselbe Person jede Abweichung allein entscheidet?
Der Preis ist der verpasste Hinweis. Lewin, Lippitt und White hielten die Führungskraft in den Clubs aus der laufenden Arbeit heraus, außer bei einer Vorführung. In der Fertigung sieht die Person am Messplatz das Maß zuerst. Entscheidet die Schichtführung jede Abweichung aus dem Büro, erreicht diese Zahl die Sperre zu spät.
Die Sperre selbst braucht dieses Maß. Sie hält die Charge im Haus, sobald die Toleranz verlassen ist. Der autoritäre Führungsstil im Sinn des Club-Versuchs ist die Weisung, die den nächsten Schritt vorgibt und die weiteren Schritte offen lässt.
Die disziplinarische Führung in der Schicht fragt, wer die personelle Weisung trägt. Die laterale Führung fragt, wer die Anlage ohne diese Weisung beeinflusst. Die transformationale Führung fragt, ob die Anzeige eine Vision sucht oder eine Entscheidung an der Maschine. Der autoritäre Führungsstil fragt, wer den nächsten Schritt ansagt, wenn der Vorgang feststeht.
Das Peter-Prinzip beschreibt die falsche Person in der Führungsrolle. Hier kann die Person stimmen und die Anzeige trotzdem nur einen gemeinsamen Stil suchen, während die Schicht eine benannte Sperre für die Toleranz braucht.
Wie Alessandro Quintiero eine Anzeige mit autoritärem Führungsstil liest
Alessandro Quintiero, Personalberater bei PolyTALENT, liest in Anzeigen für Schichtführung oft die Wörter kooperativ, auf Augenhöhe oder gemeinsam. Vor der telefonischen Direktansprache fragt er, wer die Charge sperrt, wenn ein Teil die Toleranz verlässt und der Termin die gemeinsame Runde überholt.
Stehen in der Anzeige nur diese Wörter, schreibt er die Sperre als eigene Zeile ins Suchprofil. Die Direktansprache spricht dann die Rolle an, die beide Lagen trägt: die gemeinsame Entscheidung und die benannte Sperre an der Toleranzgrenze.
Vier Fragen, bevor die Anzeige nur die Runde nennt
- Welche Abweichung sperrt die Schichtführung allein? Toleranz, Charge oder Versand, mit dem Namen der Rolle.
- Welche Abweichung wartet auf die gemeinsame Runde? Alles, was den Termin hält und den Hinweis von der Maschine braucht.
- Steht in der Anzeige nur ein gemeinsamer Stil? Dann sucht der Text die Runde. Die Schicht braucht die Sperre dazu.
- Steht beides im Suchprofil? Die Direktansprache spricht die Rolle an, die der Betrieb in der Schicht braucht.
Wenn eine Linie im Maschinenbau eine Schichtführung sucht, lohnt die Trennung vor dem ersten Gespräch. Über die Personalvermittlung sprechen Berater von PolyTALENT passende Fach- und Führungskräfte telefonisch an, unterstützt vom PolyTALENT Matching. Die Suche reicht von der Werksleitung bis zur Schichtführung, vom industriellen Mittelstand in Lohne bis in bundesweite Fertigungscluster. Wie groß der erreichbare Markt für das getrennte Profil ist, zeigt die Kandidatenmarkt-Analyse.
Die gemeinsame Entscheidung trägt die Fragen, die warten können. Wo ein Teil die Toleranz verlässt, hält eine benannte Person die Charge im Haus.




